In einem jener kleinen Notizhefte, die Kafka während des 1. Weltkrieges täglich hinauf in die winzige Wohnung von Ottla brachte um sie vollzuschreiben, findet sich ein langes Fragment, das einer exotischen literarischen Welt zu entstammen scheint. Beim Bau der chinesischen Mauer lautet der von Kafka formulierte Titel: ein Text, der sich zwischen Erzählung, Legende, politischer Reflexion und fiktiven Erinnerungen bewegt, ohne dass völlig klar würde, auf was der Ich-Erzähler hinaus will.
Die chinesische Mauer wird zum Symbol der Vergeblichkeit aller menschlichen Bemühungen und des Tragischen des Menschen, mit grösster Sorgfalt und unermüdlichem Fleiss das zu verwirklichen, dem Sinn geben zu wollen, was in der Gesamtheit, gemeint ist die Schutzmauer, unzweckmässig und überflüssig ist. China ist nur ein Schauplatz zwischen Traum und Wirklichkeit, auf dem Kafka seine Erfahrung des Menschen in einem undurchschaubaren mystischen Ganzen zeigt und das scheinbar sinnvolle Dasein in Frage stellt.
Ein Text, eher wenig bekannt, aber von grosser Strahlkraft und einem Sog, dem die Zuhörenden fasziniert folgen und nicht entrinnen können. Walter Küng rezitiert den Text gekonnt und dringt auch mit etwelchem Humor in die Gedankenwelt von Franz Kafka. Mit der wunderbaren Musik von Jing Yang
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In einem jener kleinen Notizhefte, die Kafka während des 1. Weltkrieges täglich hinauf in die winzige Wohnung von Ottla brachte um sie vollzuschreiben, findet sich ein langes Fragment, das einer exotischen literarischen Welt zu entstammen scheint. Beim Bau der chinesischen Mauer lautet der von Kafka formulierte Titel: ein Text, der sich zwischen Erzählung, Legende, politischer Reflexion und fiktiven Erinnerungen bewegt, ohne dass völlig klar würde, auf was der Ich-Erzähler hinaus will.
Die chinesische Mauer wird zum Symbol der Vergeblichkeit aller menschlichen Bemühungen und des Tragischen des Menschen, mit grösster Sorgfalt und unermüdlichem Fleiss das zu verwirklichen, dem Sinn geben zu wollen, was in der Gesamtheit, gemeint ist die Schutzmauer, unzweckmässig und überflüssig ist. China ist nur ein Schauplatz zwischen Traum und Wirklichkeit, auf dem Kafka seine Erfahrung des Menschen in einem undurchschaubaren mystischen Ganzen zeigt und das scheinbar sinnvolle Dasein in Frage stellt.
Ein Text, eher wenig bekannt, aber von grosser Strahlkraft und einem Sog, dem die Zuhörenden fasziniert folgen und nicht entrinnen können. Walter Küng rezitiert den Text gekonnt und dringt auch mit etwelchem Humor in die Gedankenwelt von Franz Kafka. Mit der wunderbaren Musik von Jing Yang (Pipa), Andi Pupato (Percussion) und Rätus Flisch (Bass) wird die ferne Welt doch sehr konkret und verführt in weitere gedankliche Reflexionen.
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