Ein Lachen, das zu laut ist. Ein Streit, der zu spät kommt. Ein Kuss, der nichts mehr rettet. Nach vierzehn Jahren Ehe haben sich der Industrielle Richard und seine Frau Maria auseinandergelebt. Während er sich im Versuch, der schmerzlichen Leere in seiner Beziehung zu entkommen, in die Arme der jungen Prostituierten Jeannie flüchtet, sucht sie Trost in einem Nachtclub und erliegt den Verführungskünsten eines Playboys … Mit schonungsloser Ehrlichkeit nimmt John Cassavetes in seinem dreifach oscarnominierten Drama eine zerrüttete Ehe, moderne Entfremdung und den Kampf der Geschlechter buchstäblich unter die Lupe. Gedreht in grobkörnigem Schwarz-Weiss, oft mit der Handkamera und extrem nah an den Figuren, wirkt "Faces" wie direkt aus dem Leben gegriffen – roh, unmittelbar, unbequem. "Man glaubt, in die Seele der exzellenten Schauspieler schauen zu können", lobt der Filmdienst. Und Robert Lorenz schreibt im Filmkuratorium: ""Faces" ist, ganz titelgemäss, ein Film der Gesichter – und welches Gesicht könnte für eine solche Close-up-Parade besser geeignet sein als das von Gena Rowlands, mit seiner gewaltigen Ausdrucksstärke?" In der Rolle der Jeannie begegnet sie Richard mit einer Mischung aus Lebenshunger, Verletzlichkeit und kluger Distanz und ist weit mehr als das blosse Gegenüber im nächtlichen Eskapismus eines Mannes in der Midlife-Crisis.