Nach den Menschen kamen die Unsterblichen. Aber Unsterblichkeit ist kein Zuckerschlecken. Die Menschen hatten es da noch bedeutend einfacher. Ihr Tod – ihr Aussterben – war kein grosser Verlust, war er doch absehbar. Aber wer unendlich lange lebt, hat unendlich viel zu verlieren. Tod ist eine Dummheit, Gesundheit eine Pflicht. Das unendliche Leben ist ein Leben unbedingter Selbstfürsorge. Wer aus seinen Treatments ausbricht, setzt alles aufs Spiel.
In der Science-Fiction-Performance Neusferatu vom Jungen Schalktheater in Co-Regie von Michel Blaser und Benjamin Burger folgt das Ensemble dem Ruf des ewigen Lebens. Wer kann sich unendliche Gesundheit leisten? In heutigen Zeiten, in denen Superreiche an der Überwindung des Todes arbeiten und zu modernen Vampiren werden, stellt sich die Gruppe der Frage, wie Lebenszeit in der Gesellschaft verteilt ist.