Julia von Lucadou erzählt von den Rissen in einer Gegenwart, in der Kontrolle zur Illusion wird.
Welche Ängste offenbaren sich in den Abgründen der Verdrängung? Jot ist Mitte 50 und hat in seinem Leben alles auf Planung und Kontrolle ausgerichtet. Er arbeitet in einer Firma, die Bunker an Superreiche verkauft und ist damit auch privat auf jeden Notfall vorbereitet – so denkt er zumindest. Als er beim Laufen auf eine Leiche stösst, gerät sein sorgfältig aufgebautes Lebenskonstrukt plötzlich ins Wanken. Warum lässt ihn das Bild des toten Körpers nicht mehr los – und ist es wirklich Selbstmord, wie die Polizei sagt? Die Filmwissenschaftlerin und Autorin Julia von Lucadou erzählt in ihrem neuen Roman «Zeiten erhöhter Gefahr» (Hanser Berlin 2026) feinsinnig von den Verunsicherungen und Entgleisungen unserer Gegenwart.
Moderation: Etumu Schoster