Paris 2018, zur Zeit der Gelbwestenproteste. Stéphanie, Polizistin und alleinerziehende Mutter eines Sohnes im Teenageralter, arbeitet bei der "Inspection Générale de la Police Nationale". Diese Abteilung ermittelt intern gegen Kolleg:innen, die verdächtigt werden, sich im Dienst Fehlverhaltens schuldig gemacht zu haben. Es handelt sich also um eine Polizei, die die Polizei kontrolliert. Entsprechend gross ist polizeiintern die Unbeliebtheit von Stéphanie und ihrer Abteilung. Konfrontiert mit einem neuen Fall, einer Frau aus der Provinz, deren Sohn bei einer Demonstration lebensgefährlich verletzt wurde, gerät Stéphanie in schwere Loyalitätskonflikte. Dominik Moll, Spezialist für akribisch inszenierte Kriminalfälle, beweist in diesem auf mehreren realen Fällen basierenden packenden Thrillerdrama einmal mehr sein inszenatorisches Geschick für Konstellationen, die sich einem klaren Schwarz-Weiss-Schema verweigern. Mit stiller Beharrlichkeit verkörpert dabei Léa Drucker als Stéphanie diese in einer Männerdomäne tätige Frau, die hartnäckig ermittelt und dennoch in einem Apparat gefangen ist, in dem tatsächliche Konsequenzen für Täter nicht vorgesehen sind. Michaël Mélinard schreibt in L'Humanité: "Ein exzellenter Film, der eine Volksbewegung ins rechte Licht rückt, die lange unverstanden blieb."