Verschwörungstheorien: Eine Herausforderung für die Psychiatrie? Zwischen individueller Vulnerabilität und gesellschaftlicher Polarisierung
Misstrauen gegenüber Institutionen, alternative Wirklichkeitsdeutun-gen und polarisierende Narrative prägen zunehmend öffentliche Dis-kurse. Auch im klinischen Alltag begegnen uns Patient:innen, deren Überzeugungen sich an Verschwörungserzählungen orientieren – mitunter verbunden mit starkem Leidensdruck, Beziehungskonflikten oder Behandlungsabbrüchen. Doch wann handelt es sich um Ausdruck einer psychischen Erkrankung? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Wahn, Weltanschauung und gesellschaftlich geteilten Deutungs- mustern? Und wie bleiben wir therapeutisch in Beziehung, wenn grund-legende Realitätsannahmen divergieren?
Das Seminar beleuchtet das Phänomen aus psychologischer, gesellschaftlicher und seelsorgerlicher Perspektive.
Im Zentrum stehen:
- Empirische Erkenntnisse zur Entstehung von Verschwörungsglauben
- Differenzialdiagnostische Überlegungen
- Gesellschaftliche Polarisierungsprozesse
- Besondere Aspekte für Therapie, Pflege und Seelsorge
Ein Seminartag für Fachpersonen und interessierte Laien, die klinische Klarheit mit gesellschaftlicher Sensibilität verbinden möchten.