In naher Zukunft zählt nur noch Leistung. Moral? Ein überholtes Konzept. Im alljährlichen Assessment-Camp kämpfen die Besten einer Abschlussklasse um einen der begehrten Plätze an den fünf weltweit existierenden Rowald-Universitäten – Eintrittskarte in eine erfolgreiche Zukunft.
Mitten in diesem gnadenlosen System steht Z. Ein Einzelgänger. Beobachter. Tagebuchschreiber. Während alle anderen optimieren, zieht er sich zurück. Genau das fasziniert N: ehrgeizig, überangepasst, entschlossen, jede Erwartung zu erfüllen – koste es, was es wolle. Doch Zs Blick richtet sich auf jemand anderen: Ewa, geheimnisvoll, unnahbar, lebend im Wald ausserhalb der Leistungsgesellschaft, zusammen mit anderen Outsidern.
Als Zs Tagebuch verschwindet und ein Mitschüler bei einer gefährlichen Übung schwer verunglückt, kippt die Ordnung. Kontrolle wird zu Angst. Anpassung zu Zwang. Und eine bislang moralisch integre Lehrperson beginnt zu zweifeln – und zu ermitteln.
Ödön von Horváths «Jugend ohne Gott» (1937) ist eine erschreckend klare Analyse einer Gesellschaft im moralischen Erosionsprozess. Am Mikrokosmos einer Schulklasse zeigt sich, wie Werte verschwinden, Normen sich verschieben und ein System entsteht, das Menschen formt – und deformiert.
Diese zeitgenössische Theaterfassung übersetzt Horváths
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In naher Zukunft zählt nur noch Leistung. Moral? Ein überholtes Konzept. Im alljährlichen Assessment-Camp kämpfen die Besten einer Abschlussklasse um einen der begehrten Plätze an den fünf weltweit existierenden Rowald-Universitäten – Eintrittskarte in eine erfolgreiche Zukunft.
Mitten in diesem gnadenlosen System steht Z. Ein Einzelgänger. Beobachter. Tagebuchschreiber. Während alle anderen optimieren, zieht er sich zurück. Genau das fasziniert N: ehrgeizig, überangepasst, entschlossen, jede Erwartung zu erfüllen – koste es, was es wolle. Doch Zs Blick richtet sich auf jemand anderen: Ewa, geheimnisvoll, unnahbar, lebend im Wald ausserhalb der Leistungsgesellschaft, zusammen mit anderen Outsidern.
Als Zs Tagebuch verschwindet und ein Mitschüler bei einer gefährlichen Übung schwer verunglückt, kippt die Ordnung. Kontrolle wird zu Angst. Anpassung zu Zwang. Und eine bislang moralisch integre Lehrperson beginnt zu zweifeln – und zu ermitteln.
Ödön von Horváths «Jugend ohne Gott» (1937) ist eine erschreckend klare Analyse einer Gesellschaft im moralischen Erosionsprozess. Am Mikrokosmos einer Schulklasse zeigt sich, wie Werte verschwinden, Normen sich verschieben und ein System entsteht, das Menschen formt – und deformiert.
Diese zeitgenössische Theaterfassung übersetzt Horváths Roman mit Bewegung, Musik und Video in die Gegenwart. Ein intensives, interdisziplinäres Theatererlebnis mit Jugendlichen auf der Bühne – als Spiegel eines aktuellen Zeitgeistes, der näher ist, als wir glauben.
Regie, Konzept, Kostüme, Bühne: Barbara Bucher
Spiel: Juna Baumann, Lara Bärtsch, Ona Bellemans, Sarah Brauchli, Feline Duwe, Jack Esslinger, Nora Frischknecht, Milo Frischknecht, Angeli Knöpfel, Nando Kuhn, Ella Müller, Ladina Rohner, Frida Sailer, Josette Schindler, Sahar Shahamat
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