Donghwa, ein Mittdreissiger und Möchtegern-Dichter, der die Schönheit im Alltäglichen sucht, hatte eigentlich nur vor, seine Freundin Jun-hee am Haus ihrer Eltern abzusetzen. Doch als sie in der Einfahrt zu dem beeindruckenden Anwesen auf deren Vater treffen, wird klar, dass er nach ihrer immerhin dreijährigen Beziehung jetzt nicht mehr umhinkommt, ihre Familie kennenzulernen. Vater, Schwester und am Abend auch die Mutter seiner Liebsten sehen in Donghwa vor allem den Sohn eines berühmten und erfolgreichen Anwalts – von dem der sich aber längst losgesagt hat. Das kann nur schiefgehen … Der südkoreanische Vielfilmer Hong Sang-soo gilt nicht nur in seiner Heimat als Kultregisseur. Jedes Jahr werden seine lakonischen Preziosen über zwischenmenschliche Beziehungen auf den grossen Festivals der Welt mit Spannung erwartet. Sein mittlerweile 33. Werk – und das erste, das im Kinok zu sehen ist – ist ein leises, hochkomisches, poetisches Kammerspiel über Nähe, Unbehagen und die fragile Dynamik familiärer Begegnungen. "Unter der Oberfläche wohlverhaltener Konversation brodeln derweil grosse Emotionen: Bringst du deinen Freund mit nach Hause, weckt das Erwartungen und wilde Projektionen – die im Weiteren fröhlich durchdekliniert werden. Einfach köstlich!", schreibt Katja Wiederspahn für die Viennale. Unbedingt entdeckenswert!