Heuchelei und auf eigene Rechnung angemasste Sendungsgewissheit durchziehen seit Jahrtausenden die Geschichte der Politik wie der Religion – Bachs entlang dem Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner entwickelte Kantate «Siehe zu, daß deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei» BWV 179 dient hierzu als zeitloseindringliche Warnung. Über manch eifernde barocke Sprachbilder hinaus verkörpern Text und Musik den Ratschlag zu heilsamer Demut und angemessener Selbstbefragung. Dass Bach den mahnenden Eingangschor später in das Kyrie-Gebet seiner Missa brevis G-Dur BWV 236 verwandelte, könnte darum stimmiger nicht sein.
Mit einer Reflexion über den Kantatentext von Thomas Strässle
Miriam Feuersinger, Sopran
Daniel Johannsen, Tenor
Matthias Helm, Bass
Chor & Orchester der J. S. Bach-Stiftung
Rudolf Lutz, Leitung
Programm:
17.30 Uhr
Musikalisch-theologische Werkeinführung mit Rudolf Lutz und Pfr. Niklaus Peter
19.00 - ca. 20.30 Uhr
1. Konzertaufführung
Reflexion
2. Konzertaufführung