Das erste Konzert der Lucerne Festival Academy unter ihrem neuen Künstlerischen Leiter Jörg Widmann wird laut, wild und masslos. Wer bei Wolfgang Rihms Tutuguri — irregeleitet durch den Untertitel Poème dansé — an eine elegante Ballettmusik à la Debussy denkt, dürfte vor Schreck vom Sitz kippen. Mit wilden Blechbläsereruptionen, unheilvoll pulsierenden Rhythmen, markerschütternden Schreien und einer finalen, gut halbstündigen Trommelkanonade von gleich sechs Schlagzeuger*innen wird Tutuguri das KKL Luzern in seinen Grundfesten erschüttern. Inspiriert zu diesem Höllenlärm wurde Rihm Anfang der 1980er Jahre durch ein Gedicht des französischen Theaterrevolutionärs Antonin Artaud. Der hatte ein halbes Jahrhundert zuvor bei den Tarahumara, einem indigenen Volksstamm in Mexiko, einer Peyote-Zeremonie beigewohnt und diese Erfahrung literarisch verarbeitet. Es geht um schwarze Sonnen und verkohlte Erde, nackte Reiter und kopflose Pferde, um archaische Rituale und rauschhafte Halluzinationen. Rihm strebte «Musik im Rohzustand» an: einen «Klang-Körper, dessen Zuckung und Umformung Melos, Rhythmus und Farbe wird».
Programm:
Konzerteinführung
Jörg Widmann und Michael Engelhardt im Gespräch mit Mark Sattler (KKL Luzern, Auditorium)
18.30 Uhr
Wolfgang
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Das erste Konzert der Lucerne Festival Academy unter ihrem neuen Künstlerischen Leiter Jörg Widmann wird laut, wild und masslos. Wer bei Wolfgang Rihms Tutuguri — irregeleitet durch den Untertitel Poème dansé — an eine elegante Ballettmusik à la Debussy denkt, dürfte vor Schreck vom Sitz kippen. Mit wilden Blechbläsereruptionen, unheilvoll pulsierenden Rhythmen, markerschütternden Schreien und einer finalen, gut halbstündigen Trommelkanonade von gleich sechs Schlagzeuger*innen wird Tutuguri das KKL Luzern in seinen Grundfesten erschüttern. Inspiriert zu diesem Höllenlärm wurde Rihm Anfang der 1980er Jahre durch ein Gedicht des französischen Theaterrevolutionärs Antonin Artaud. Der hatte ein halbes Jahrhundert zuvor bei den Tarahumara, einem indigenen Volksstamm in Mexiko, einer Peyote-Zeremonie beigewohnt und diese Erfahrung literarisch verarbeitet. Es geht um schwarze Sonnen und verkohlte Erde, nackte Reiter und kopflose Pferde, um archaische Rituale und rauschhafte Halluzinationen. Rihm strebte «Musik im Rohzustand» an: einen «Klang-Körper, dessen Zuckung und Umformung Melos, Rhythmus und Farbe wird».
Programm:
Konzerteinführung
Jörg Widmann und Michael Engelhardt im Gespräch mit Mark Sattler (KKL Luzern, Auditorium)
18.30 Uhr
Wolfgang Rihm (1952–2024)
Tutuguri. Poème dansé für grosses Orchester, Schlagzeuger* innen, Chor vom Tonband und Sprecher, nach dem Gedicht Tutuguri aus dem Hörspiel Pour en finir avec le jugement de dieu von Antonin Artaud
Pause um ca. 20.00 Uhr
Konzertende gegen 21.10 Uhr
On Tour
Im September 2026 gastiert das Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) mit Tutuguri in Berlin und München.
Mitwirkende:
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