In seinem eindringlichen autobiografischen Text erzählt Lukas Bärfuss von seiner Kindheit in einer kleinen Stadt in der Schweiz – von einem Aufwachsen in Armut, von emotionaler Kälte und von einer Mutter, die selbst kaum Chancen im Leben hatte und doch verzweifelt nach Freiheit suchte. Der Sohn musste sich früh in der Kunst üben, seine Mutter zu überleben. Und heute stellt er, schreibend sich erinnernd, die Frage, wo in einem elenden Leben die persönliche Verantwortung aufhört und die einer ganzen Gesellschaft beginnt.
Schonungslos und präzise zeichnet Bärfuss das Porträt einer Frau ohne Bildung und Perspektiven. Ausgehend von dieser persönlichen Geschichte stellt der Autor eine große Frage: Wo endet die Verantwortung des Einzelnen – und wo beginnt die Verantwortung der Gesellschaft?