Fixierung auf Geld, Macht und Selbstdarstellung dominieren die Gesellschaft. Triviale Ersatzgötter der Warenwelt haben Kultur. Verschwunden ist die Spiritualität, die grosse Literatur schon immer grundierte. Rüdiger Safranski, einer der exzellentesten Kenner grosser Klassiker, spricht von einem «Transzendenzverrat». Dichtung gäbe es, weil die Menschen «nicht ganz dicht» seien. Literatur aber sei das Abenteuer der Öffnung. Sie erlaube die Durchlässigkeit in ein nicht definierbares «Anderes». Seine Leidenschaft für die Literatur verdanke sich dem Verlangen nach einer überschreitbaren Schwelle: Im Gespräch mit dem grossen Intellektuellen besichtigen wir, was Schiller, Goethe, Hölderlin, E.T.H. Hoffmann oder Kafka zu den Grundfragen «wer bin ich» und «wohin gehe ich» zu sagen hätten.