In Bernhard Strobels literarischem Werk keimt das Wissen, dass vollständiges Verstehen nicht möglich ist, weil jedes Verstehen fragmentarisch bleibt. Missverständnisse sind aber keine Zeichen des Scheiterns, sondern gehören zum Leben und zur Kommunikation. Als genauer Beobachter menschlicher Erfahrungen seziert er nüchtern die Spannungsfelder sowie die entstehenden Zwischenräume. Gekonnt führt er seine Figuren an ihre existenzielle Grenzen, sei es durch Sprache, soziale Rollen oder persönliche Unsicherheiten.
Bernhard Strobel (*1982) studierte Germanistik und Skandinavistik an der Universität Wien. Er lebt und arbeitet als freier Schriftsteller und Übersetzer in Neusiedel am See (Burgenland). Für sein literarisches Schaffen erhielt er unter anderem den Literaturpreis des Landes Burgenland 2003 und 2017, den Theodor-Krey-Preis 2016 und den Outstanding Artist Award 2019.
Als kongenialer Übersetzer aus dem Norwegischen hat er zudem Werke von Autoren wie Tor Ulven, Jan Kjærstad und Bjarte Breiteig ins Deutsche übertragen und sie damit einem deutschsprachigen Publikum zugänglich gemacht. Für seine Übersetzungen erhielt er 2021 den Österreichischen Staatspreis und 2025 den Paul-Celan-Preis.
Moderation: Elisabeth Boner
Mit Unterstützung des Österreichischen Kulturforums Bern