Frühlingslust und Himmelsverlangen: Liebeskantaten von Bach und Händel
Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel, die beiden musikalischen Gipfelstürmer des Barock, waren grosse Kenner der menschlichen Emotionen. Dabei hat sie die zwischen Sinnenfreude und Herzensfrömmigkeit ausgespannte menschliche Liebe zu einigen ihrer schönsten Schöpfungen angeregt.
Bachs für ein unbekanntes Brautpaar komponierte Sopran-Solokantate «Weichet nur, betrübte Schatten» (BWV 202) verknüpft in einer erstaunlich zugänglichen Tonsprache das Frühlingserwachen der Natur mit der durch Amors Pfeil geweckten Liebeslust. Händels 1708 in Italien entstandene Basskantate «Cuopre tal volta il cielo» (HWV 98) beschwört hingegen expressive Naturbilder von Meeresflut und Gewitter herauf, um die seelischen Stürme eines verstossenen Liebenden darzustellen. Die 1726 erstaufgeführte Dialogkantate «Liebster Jesu, mein Verlangen» (BWV 32) entwickelt aus der biblischen Geschichte vom im Tempel wiedergefundenen Jesuskind einen auf das alttestamentarische Hohelied gestützten Zwiegesang, in dem sich gläubige Seele und tröstender Heiland von Satz zu Satz inniger begegnen.
Auch in ihrer Instrumentalmusik haben Bach und Händel plastisch dargestellten Emotionen Raum gegeben. Händels viel zu selten gespielte
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Frühlingslust und Himmelsverlangen: Liebeskantaten von Bach und Händel
Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel, die beiden musikalischen Gipfelstürmer des Barock, waren grosse Kenner der menschlichen Emotionen. Dabei hat sie die zwischen Sinnenfreude und Herzensfrömmigkeit ausgespannte menschliche Liebe zu einigen ihrer schönsten Schöpfungen angeregt.
Bachs für ein unbekanntes Brautpaar komponierte Sopran-Solokantate «Weichet nur, betrübte Schatten» (BWV 202) verknüpft in einer erstaunlich zugänglichen Tonsprache das Frühlingserwachen der Natur mit der durch Amors Pfeil geweckten Liebeslust. Händels 1708 in Italien entstandene Basskantate «Cuopre tal volta il cielo» (HWV 98) beschwört hingegen expressive Naturbilder von Meeresflut und Gewitter herauf, um die seelischen Stürme eines verstossenen Liebenden darzustellen. Die 1726 erstaufgeführte Dialogkantate «Liebster Jesu, mein Verlangen» (BWV 32) entwickelt aus der biblischen Geschichte vom im Tempel wiedergefundenen Jesuskind einen auf das alttestamentarische Hohelied gestützten Zwiegesang, in dem sich gläubige Seele und tröstender Heiland von Satz zu Satz inniger begegnen.
Auch in ihrer Instrumentalmusik haben Bach und Händel plastisch dargestellten Emotionen Raum gegeben. Händels viel zu selten gespielte Triosonaten stecken voller melodischer Einfälle und von der Opernbühne geprägter Effekte. Bachs verinnerlichtes «Adagio ma non tanto» gehört zu den ausdrucksstärksten Sätzen seiner epochalen Sonaten für Cembalo und Violine, in denen der zweimanualige Kielflügel zum kongenialen Partner des Streichinstrumentes heranwächst.
Lia Andres, Sopran
Serafin Heusser, Bass
Rudolf Lutz, Cembalo und Leitung
Kammerensemble der J. S. Bach-Stiftung
Programm:
Johann Sebastian Bach (1685-1750): Weichet nur, betrübte Schatten BWV 202
Georg Friedrich Händel (1685-1759): Triosonate in g-Moll, HWV 390
Georg Friedrich Händel: Cuopre tal volta il cielo HWV 98
Johann Sebastian Bach: 3. Satz Adagio ma non tanto aus der E-Dur Sonate BWV 1016
Johann Sebastian Bach: Liebster Jesu, mein Verlangen BWV 32
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