Chantal Akermans drehte ihren bahnbrechenden Film, einen Meilenstein des feministischen Kinos, im Alter von 25 Jahren. Er schildert drei Tage im Leben einer Witwe, die mit ihrem 16-jährigen Sohn zusammenlebt. Ihr Alltag ist bis ins Kleinste organisiert: Jeder Handgriff sitzt, jede Tätigkeit folgt einem festen Plan. Im Verlauf des dritten Tages schleichen sich kleine Irritationen ein, die die fragile Ordnung stören … Chantal Akerman (1950–2015) war eine belgische Filmemacherin und Autorin. Ihr international breit rezipiertes Werk von über 40 Kurz- und Langfilmen brach durch eine völlig neue Bildsprache mit dem herkömmlichen Erzählkino. 2022 kürte die renommierte britische Filmzeitschrift Sight & Sound "Jeanne Dielman" mit der grossartigen Delphine Seyrig zum besten Film aller Zeiten – es war eine Sensation. Marc Vetter schreibt in Rolling Stone: "Auch 50 Jahre nach der Premiere ist der 205-minütige Film ein ergreifendes Erlebnis. "Jeanne Dielman, 23, quai du Commerce, 1080 Bruxelles" von der grossen belgischen Regisseurin Chantal Akerman ist ein Film wie kein anderer: Ein Grundlagenwerk des kinematographischen Feminismus, Prototyp minimalistischen Leinwanderzählens und nicht zuletzt ein hochprivates Dokument sensibler Künstlerinnen vor und hinter der Kamera."