Regie: Jafar Panahi; mit Hadis Pakbaten, Majid Panahi, Mohamad Ali; IRAN/FRA 2025, Originalversion mit deutschen und französischen Untertiteln, 1h43
Der Regisseur hat ein prächtiges Ensemble aus Laien und Berufsschauspielern versammelt. Trotz der ernsten Thematik und der grossen ethischen Fragen ist es ein unterhaltsames Werk, das immer wieder einen feinen Humor versprüht.
Mitten in der Stille der Nacht wird eine kleine Familie von einer Autopanne überrascht. Was zunächst wie ein harmloser Zwischenfall erscheint, tritt eine Kette von Ereignissen los und gerät zunehmend ausser Kontrolle...
Jafar Panahi inszeniert eine stillschweigende Auseinandersetzung mit Rache und moralischer Schuld. Mit stilistisch unverkennbarer Handschrift lässt der Film die Spannung allmählich aufkochen und gibt seinen Figuren und ihrer Qual Raum zum Atmen. Das Ergebnis ist die Offenbarung der emotionalen Folgen staatlicher Gewalt, ohne jemals ins Melodramatische abzugleiten. Wiederum formuliert Panahi durch den Akt des Filmschaffens und der Veröffentlichung seine Wut und Kritik am System, welches ihn bereits mehrmals verurteilt hat.