Dagobert
Source: Salwa Wittwer

Dagobert "Die Tour mit Band"

samedi, 7 novembre 2026 20:00 - 22:30

Gonzo Club, Langstrasse 135, 8004 Zürich

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Vente en cours - se termine le samedi, 7 novembre 2026 22:30

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Description

Jetzt also Gitarrenrock! Wenige Monate nach seinem sanft-sehnsüchtigen Dream-Pop-Werk „Rama Kalala“ zeigt sich Dagobert auf seinem neunten Album „Tier“ von seiner härtesten Seite und singt neun Abhandlungen über das Menschsein über eine druckvolle Gitarrenwand. Weniger sentimental als gewohnt, aber hymnisch wie eh und je, begeistern Dagoberts neue Lieder auch im Gewand einer klassischen und zeitlosen Rockband.

Die Texte sind teilweise genauso brutal wie der neue Sound. In „Hier kommen die Menschen“ heisst es „Süss wie sie wütend werden / Manchmal muss dann jemand sterben / Süss wie sie Kriege führen / Denn ihren Stolz müssen sie spüren“ oder in „Ewiger Flug“ beschreibt Dagobert uns Menschen so: „Ein Klumpen Dreck der zu lang gegärt hat / Das millionste Tier das sich nicht bewährt hat / Wir sind der Zufall und das Chaos“. Den Ausweg aus diesem zerfahrenen Menschsein findet Dagobert schliesslich im Titelsong in der Tier-Werdung: „Formulare Sicherheit / Falsche Scham und keine Zeit / Will ich alles sicher nicht / Lieber noch werd ich zum Tier / Kann wild und böse und allein und frei von allen Sorgen sein“.

Die Wege des Dagobert sind unergründlich. Nach seinem gotisch-suizidalen Kammerspiel „Schwarz“ lieferte er ein hochambitioniertes und erstmals recht gesellschaftskritisches R‘n‘B-Meisterwerk mit dem sperrigen Titel „Dagobert und die wahre Musik vom südlichen Blütenland“ ab, auf welches dann ein hauchzartes Liebes-Album („Rama Kalala“) folgte und nun also schenkt uns Dagobert seine erste philosophische Mini-Rockoper. All das wohlgemerkt in weniger als drei Jahren. Wer gewillt ist, der Stimme dieses Grenzgängers zwischen den Genres und sozialen Schichten zu folgen, wird fürstlich belohnt werden. Das Album „Tier“ lässt sich nämlich auch als eine Art Lebensratgeber lesen, welches das einfache, das wahre Leben propagiert, das uns so fremd geworden ist. Und das bringt uns zu der Essenz dieses Künstlers, der immer noch der randständigste aller Schweizer Musiker ist: in ihrer Einfachheit und unmittelbaren Wucht sind seine ehrlichen Gefühlsbekundungen und Beobachtungen einzigartig unter seinen Zeitgenossen.

 

“Lady Kalala” ist dann der erste englischsprachige Dagobert-Song überhaupt, der mit einem entzückenden Indiebeat und einem grandiosen Saxofonsolo der Schweizer Jazzlegende Christoph Gallio aufwartet und trotz seines traurigen Textes mit einer beschwingten Leichtigkeit daherkommt, die sehr viel Spass macht.
“Rama Kalala” ist die fünfte Zusammenarbeit mit Produzent Konrad Betcher, der Dagoberts Lieder hier meist intim und reduziert inszeniert. Der Einfluss von Alice Coltranes hinduistischem Spätwerk ist in Form von sphärischen Synths, mantraartigen Chören und der Reduktion von Rhythmuselementen auf Tamburin und Hand Claps immer präsent und erklärt auch den Albumtitel. Insgesamt ist “Rama Kalala” von einem sympathischen Lo-Fi-Indie-Sound durchzogen, der die Emotionalität von Dagoberts Texten wunderschön transportiert.
Ein Liebeslied der besonders eindrücklichen Art widmet Dagobert seiner dementen Mutter und findet auch in dieser Situation Worte, die wie ein Pflaster für die Seele wirken: “Du hast die Vernunft nun übewunden / Und brauchst keine Sprache mehr / Du hast die Liebe gefunden / Dein Fluss mündet nun ins Meer”.

https://youtu.be/ZsFQvnFZAQc
 

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Lieu: Gonzo Club, Langstrasse 135, Zürich, CH

Gonzo Club

Langstrasse 135, Zürich, CH

Organisateur: Gonzo AG

Gonzo AG

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