Im Barock ist die Liebe niemals eindeutig. Wie unsichtbare Ketten kann sie den Menschen fesseln und ihn zwischen Sehnsucht und Erfüllung gefangen halten. Und doch verleiht gerade diese Fesselung der Seele Flügel. Die Liebe vermag den Körper zu binden – aber den Geist hebt sie empor.
Getragen vom Gesang (Tim Stekkelies), umspielt von der Violine (Cornelia Bach) und eingerahmt von den feinen Klangfarben von Lauten (Ulf Dressler) und historischen Harfen (Daniell Fourie), folgt dieses Konzert des Ensembles „Garden of Delights“ den Spuren dieser widersprüchlichen Kraft. Die ausgewählten Werke von Henry Purcell, Georg Friedrich Händel, John Dowland und Georg Philipp Telemann entstammen der reichen Tradition der weltlichen Musik an den europäischen Höfen. Als prägende Komponisten ihres Zeitalters verstanden sie es, menschliche Affekte, innere Konflikte und die Vielgestaltigkeit der Liebe in Klang zu fassen – für ein höfisches Publikum, das sich selbst in dieser Musik wiedererkannte und heute noch unserem Empfinden entspricht.