Auf den ersten Blick scheint «Paris, Texas» wie ein klassischer Roadmovie. Autos, die Wüste, die bis an den Horizont reicht und Kakteen am Strassenrand, Motels, Leuchtreklamen in der Abenddämmerung. Der Highway, welcher sich durch diese Landschaften, durch die schiere Weite des amerikanischen Westens zieht, ist eines der Motive, welches wie wenig andere für Freiheit steht.
Travis, der wortkarge Protagonist, welcher in der ersten Szene des Films völlig verstaubt aus der Wüste ins Bild tritt, ist aber kaum ein freiheitsliebender Abenteurer; er ist getrieben, wirkt zerrissen. Nur langsam erfahren wir mehr über sein Schicksal...
Wie Wim Wenders in «Paris, Texas» Geschichte und Charaktere entwickelt, ist wahrlich faszinierend. Ein Film, der einen trotz des gemächlichen Erzähltempos bis zum Schluss nicht loslässt und noch lange nachhallt.
Deutschland/Frankreich/UK/USA 1985, Wim Wenders, 145 min, en/de, digital