Adrian Daub gehört zu den scharfsinnigsten Intellektuellen unserer Zeit. Der gebürtige Kölner ist Professor für vergleichende Literaturwissenschaft an der renommierten Stanford University, wo einst Peter Thiel und viele andere, die sich heute in Trumps MAGA-Bewegung formieren, studiert haben. Daub analysiert seit vielen Jahren in seinen Büchern das Denken der Tech-Giganten. In seinem neuen Buch, das im März unter dem Titel «Was das Valley herrschen nennt» erscheint, geht er den Denkbewegungen und Machtinteressen von Meta, Palantir & Co. auf den Grund, und ordnet ein, woher der Hass auf Wokeness, Geschlechterdiskurse und politische Korrektheit kommt und welches Herrschaftsverständnis sie vertreten.
Barbara Bleisch fragt den umtriebigen Wissenschaftler nach Hoffnung in düsteren Zeiten, nach Widerstand gegen den Plattformkapitalismus und danach, was für ihn als Mann heisst, Feminist zu sein, denn Daub hostet seit vielen Jahren einen feministischen Podcast.